Lachmöwe in Nürnberg. Foto: Daniel Karmann/Mitmachmöwen
Aktion im Jan/Feb 2024: Möwen am Main beobachten

Lachmöwe in Nürnberg. Foto: Daniel Karmann/Mitmachmöwen

Aktion im Jan/Feb 2024: Möwen am Main beobachten

Gut möglich, dass uns Lachmöwen im Winter bei einem Bummel durch die Stadt bereits begegnet sind, wir sie aber gar nicht wahrgenommen haben! Dabei ist das doch höchst ungewöhnlich: Warum sind die Möwen bei uns in Bayern und nicht im hohen Norden am Meer? Die Antwort erfahren Sie im Projekt Mitmachmöwen www.mitmachmoewen.de

„Mitmachmöwen“ lädt Groß und Klein ein, Lachmöwen zu beobachten, Ringe an den roten Möwenfüßen abzulesen und Teil eines Citizen-Science-Projektes zu werden. Anhand der Ringe ist es spannend zu sehen, dass die Möwen, die wir im Winter beobachten, meist aus östlichen Ländern wie der Ukraine kommen.

Ein tolles Winter-Thema auch für Familien, Jugend-Gruppenstunde oder Schulklassen: beim nächsten Ausflug oder am Wandertag nach Möwen Ausschau halten, diese mit dem Smartphone fotografieren, heranzoomen und die Ringnummer ablesen. Das funktioniert, weil viele der Möwen wenig Scheu haben und man nah an sie ran kommt. Und auf der Internetseite gibt es super aufbereitet und direkt nutzbar einen ganzen Koffer voller Angebote und Infos zur Lachmöwe und weiteren Wasservögeln.

Wo gute Beobachtungsstellen sind, sieht man auf der Sichtungskarte www.mitmachmoewen.de/de/mitmachen/sichtungskarte Hinweis: bei der Auswahl Möwen mit und ohne Ring auswählen, dann tauchen auch Bayreuth, Kulmbach, Lichtenfels, Bamberg, Knetzgau, Haßfurt, Kitzingen, Würzburg, Lohr a.Main, Aschaffenburg und viele weitere Orte auf.

Wie lacht die Möwe? Praxisset für die Umweltbildung

Um verschiedene Zielgruppen wie Schulklassen, Umweltbildungs- und Freizeiteinrichtungen oder Familien zu erreichen, wurde ein buntes Mitmachmöwen-Praxisset für die Umweltbildung rund um die Lachmöwe, den Vogelzug und Vögel im Allgemeinen erstellt. Es besteht aus einem Praxisheft (mit Aktionsideen und Hintergrundwissen) und zahlreichen ergänzenden Materialien (Bildvorlagen, Ausdrucke wie Bastelbögen, Möwengeschichten Audio- und Videoclips). Das gesamte Praxisset wird auf der Projekthomepage in der Rubrik Umweltbildung kostenfrei zum Download bereitgestellt. Die im Praxisheft beschriebenen Aktionen wie der Fernglas-Führerschein, die Feder-Werkstatt oder das Vogelstimmengewirr sollen bei den Teilnehmenden das Interesse an Naturbeobachtung wecken und das Bewusstsein für die Artenvielfalt schärfen. Inhaltliche Schwerpunkte wurden im Praxisheft auf die Themen Feder & Gefieder, Vogelzug & Vogelberingung, Vogelstimmen und Nahrung gesetzt.

Hintergrund zum Bürgerwissenschafts-Projekt „Mitmachmöwen“: Das Projekt geht auf eine Initiative von Philipp Hermann (Regierung von Niederbayern) zurück, der die Idee der Ringablesung im Stadtgebiet Landshut bereits praktiziert. Gemeinsam mehr über Leben und Zugrouten der Lachmöwen zu erfahren, ist der Grundgedanke des Projektes. Wird ein Ring abgelesen und gemeldet, so werden Informationen von Beringung und weiteren Sichtungen an den Melder / die Melderin zurückgesendet.

Gewöhnlich verbinden wir die Möwen mit einem Urlaub an der Nord- oder Ostsee, dort stibitzt der quirlige Flugpirat nicht selten Semmel aus der Hand ahnungsloser Touristen. Doch auch am Main sind die Lachmöwen (Ihr wissenschaftliche Artname Chroicocephalus ridibundus bedeutet “die reichlich Lachende”) mittlerweile heimisch geworden. Vereinzelt sind auch Schwarzkopfmöwen, Mittelmeer- oder Steppenmöwen zu sichten. Im Sommer brüten sie gerne an größeren Seen, im Winter sieht man die schlauen Vögel oft in fränkischen Städten, hier profitieren sie vom reichen Nahrungsangebot.

Die geringe Fluchtdistanz der Vögel macht es jedermann möglich, Möwen aus nächster Nähe zu beobachten. Die Möglichkeit eine beringte Möwe zu fotografieren, den Ring abzulesen und Informationen zu deren Herkunft und Aufenthaltsorten zu bekommen, bietet die Chance für ein spannendes Bürgerwissenschaftsprojekt. Im Rahmen des Projektes ist ein Internetauftritt entstanden, der Informationen zu Möwen aber auch weiteren Vogelarten bereitstellt. Es ist möglich, Beobachtungen einzugeben (z. B. Ringfunde), Bilder hochzuladen und umfassende Informationen abzurufen. Bei einem Ringfund werden – soweit bekannt – die Daten von Beringung und weiteren Sichtungen an den Melder gesendet. Es ist aber auch möglich Lachmöwen ohne Ring und weitere Vögel an den Gewässern zu melden und sich so eine eigenes digitales Feldbuch mit Beobachtungen zu füllen.

Mitmachmöwen ist ein Projekt zur Umsetzung der Bayerischen Biodiversitätsstrategie und des Biodiversitätsprogramms Bayern 2030 und wird federführend von der Regierung von Mittelfranken als Kooperationsprojekt mit der Regierung von Niederbayern sowie der Energie- und Umweltstation Nürnberg durchgeführt. Die Finanzierung des Projektes erfolgt aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz.

Projektseite Mitmachmöwen – Möwen beobachten in Bayern : Mitmachmoewen

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